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Turm zur Katz - Audio

angesprochen #2
Themen im Turm

Nostalgie: gestern, heute, morgen. Wie uns Nostalgie in unsicheren Zeiten hilft

Herzlich Willkommen zur Audio-Ausgabe „angesprochen #2“ in Zusammenarbeit mit dem Konstanzer Turm zur Katz und Kulturamt zum Thema: „Nostalgie: gestern, heute, morgen. Wie uns Nostalgie in unsicheren Zeiten hilft“.

Wir erleben im Moment unsichere Zeiten. Auch schon vor der Corona-Pandemie lag dieses Gefühl in der Luft. Ausgelöst durch die Wirtschaftskrise 2008, den Klimawandel, die Flüchtlingskrise und politische Krisen wie die Besetzung der Krim durch Russland oder den Syrienkrieg. Die Corona-Pandemie verunsichert uns noch mal ganz anders. Von der Unsicherheit betroffen sind viele Bereiche unserer Gesellschaft: Finanzmärkte, Wirtschaft, Kultur und Politik. Hinzu kommen Globalisierung und rasanter Technikfortschritt. Dadurch wird unsere Welt immer komplexer und schnelllebiger. Gefangen im Hamsterrad fehlt uns die Zeit für Einordnung, Besinnung und Sinngebung.

Experten beobachten einen interessanten menschlichen Reflex: je unsicherer wir Gegenwart und Zukunft erleben, um so sicherer, schöner und glücklicher erscheint uns unsere Vergangenheit. Wissenschaftler bezeichnen unser Jahrhundert auch als Jahrhundert der Nostalgie. Aber: Wieso haben wir Angst vor der Zukunft? Wie könnte sie aussehen? Warum macht uns Nostalgie glücklich und wie hilft sie uns in unsicheren Zeiten? Darüber spricht die Journalistin Esther Leuffen mit zwei Gesprächspartnern: Zum einen mit der 31-jährigen, in Berlin lebenden Zukunftsforscherin, Lilith Boettcher und dem 39 Jahre alten Journalisten und Autoren, Daniel Rettig, der ein Sachbuch über Nostalgie geschrieben hat.

 

Lilith Boettcher: Innovationsberatin & Zukunftsforscherin, schreibt ihre Masterarbeit an der Freien Universität Berlin unter dem (Arbeits-)Titel „Nostalgie als rückwärtsgewandte Sehnsucht und ihr Potential für die Zukunftsforschung: Eine erste Annäherung.“

Daniel Rettig: „Die guten alten Zeiten. Warum Nostalgie uns glücklich macht“, Deutscher Taschenbuch Verlag München, 2013

Hintergrund für das Gespräch sind zwei Ausstellungen im Turm zur Katz: Zum einen „Geheimnis im Turm – Aiga Rasch und die drei ???“ – hier wurden Coverentwürfe und Originalillustrationen von Aiga Rasch für die drei ??? gezeigt – und zum anderen zur aktuellen Ausstellung „Vinyl Ikonen 60er – heute“. Hier dreht sich alles um die Gestaltung von Plattencovern und ihre besondere Ästhetik. Beide Ausstellungen haben mit dem Thema Nostalgie zu tun. Viele 30-Jährige hören heute noch die drei Fragezeichen-Kassetten ihrer Kindheit zum Einschlafen. Neue Folgen von „Die drei ???“ – mit übrigens denselben Sprechern wie vor 40 Jahren – werden aus Nostalgiegründen auch noch als Kassette herausgegeben. Aber auch die Schallplatte feiert seit Längerem ein nostalgisches Come-Back. Ein haptischer Gegentrend zur Digitalisierung der Musik.

Zweimal im Jahr spricht SWR-Journalistin Esther Leuffen in der Reihe „angesprochen“ mit Gästen über Themen unserer Gesellschaft. Thematisch beziehen sie sich auf Ausstellungen im Turm zur Katz. So ging es in den bisherigen zwei Podiumsdiskussionen um die Fragen: „Welche Ausstellungskultur braucht eine Stadt?“ und um „Mut zur Wut. Wut – Ein Gefühl, das uns nach vorne bringt?“. Wir setzen die Gesprächsreihe „angesprochen“ coronabedingt als Audio fort.